Wissen Sie, ob Ihre Mitarbeiter bereits resigniert haben?

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Wenn Sie durch die Räume Ihres Unternehmens laufen – haben Sie da den Eindruck, dass alle Mitarbeiter begeistert, motiviert, engagiert ihre Arbeit erledigen?

Oder sehen Sie Menschen, die an ihren Schreibtischen sitzen und auf ihren Monitor starren? Sich eigentlich nur in der Kaffeeküche wirklich unterhalten? Die Gespräche unterbrechen, wenn ihr Chef hereinkommt?

Klassische, hierarchische Organisationsstrukturen haben einen wesentlichen Nachteil: je höher man sich in der Hierarchie befindet, desto weiter weg ist man vom „wahren Leben“. Informationen erreichen einen nur noch über viele Ebenen gefiltert, nach dem Stille-Post-Prinzip. Und manchmal sind Informationen auch Teil ganz anderer Spiele.

Familienunternehmer „vom alten Schlag“ gingen früher durch die Hallen, begrüßten ihre Mitarbeiter mit Handschlag, wünschten einen guten Morgen – und es war ihnen wichtig, weil sie darüber ein Gespür für Stimmungen bekamen, und weil sie darüber eine persönliche Beziehung zu ihren Mitarbeitern aufbauen konnten. Die Mitarbeiter wiederum gewannen und vertieften ihr Vertrauen, weil sie wußten und spürten, wie „ihr Boss“ tickt.

Fragen Sie sich doch mal, wie oft Ihr Chef zu Ihnen kommt und Sie mit Handschlag begrüßt! Wie oft gehen Sie als Führungkraft zu Ihren Mitarbeitern und begrüßen sie mit Handschlag? 

Wenn Sie jetzt sagen: „Gute Idee, ab morgen mach‘ ich das“ – langsam! Versetzen Sie sich mal in Ihre Mitarbeiter: „Jahrelang geht mein Chef früh an mir vorbei – und plötzlich schüttelt er mir die Hand?! Das war ja noch nie so – habe ich etwas falsch gemacht? Bestimmt will er etwas von mir…“ Sie könnten damit verwirren, schlimmer noch: unglaubwürdig wirken oder Mißtrauen auslösen. 

Wie sonst können Sie aber dann an der Beziehung zu Ihren Mitarbeitern arbeiten? So, dass es glaubwürdig ist und wirklich zu Verbesserungen führt?

Wie wäre es mit einem Workshop, der das Verhältnis zwischen Ihnen und Ihren Mitarbeitern thematisiert? Lassen Sie diesen Workshop von jemandem moderieren, der von außerhalb kommt und nicht Teil des Systems ist.

In mehreren Schritten wären die Beziehungen zwischen Ihnen und Ihren Mitarbeitern zu klären, sichtbar zu machen und die gegenseitigen Erwartungen zur Sprache zu bringen: Was finden Ihre Mitarbeiter toll an Ihnen und Ihrem Führungsstil? Wo würden sich Ihre Mitarbeiter mehr oder weniger oder andere Unterstützung, mehr oder weniger oder andere Freiräume, mehr oder weniger oder andere Führung, mehr oder weniger oder anderen Kontakt wünschen?

Wenn Sie einen guten Workshopleiter haben, wird er es schaffen, eine vertrauensvolle Atmosphäre herzustellen und ein sehr ehrliches Bild entstehen zu lassen.

Dabei geht es nicht darum, sich in den Problemen der Vergangenheit zu wälzen – vielmehr soll ein gemeinsames Bild der zukünftigen Arbeit entstehen: Welche Werte treiben die Menschen an? Wie können diese Werte in der täglichen Arbeit gelebt werden? Welche Erwartungen an jeden Einzelnen und an die Gemeinschaft entstehen daraus?

Diese positive Vision bildet dann die Basis für weitere Schritte für Sie und Ihre Mitarbeiter. Um beispielsweise die zukünftige Aufgabenverteilung zwischen Ihnen und Ihrem Team zu klären, können Sie mit einem – ebenso neutral moderierten – Delegation Poker aus dem Management 3.0-Repertoire anknüpfen. Auch dieses Format führt zu konstruktiven Diskussionen, zu einem geschärften Blick auf das Notwendige, und zu gemeinsamen, akzeptierten Vereinbarungen über Verantwortlichkeiten.

Wichtig ist bei alledem: Gehen Sie demütig, neugierig, offen, vertrauensvoll mit ihrem Team um. Seien Sie sich bewußt, dass Sie alle ein System bilden und Teil anderer Systeme sind. Betrachten Sie sich und ihr Team als lebenden, lernfähigen Organismus. Und bedenken Sie, dass nicht nur Zahlen, Daten, Fakten das Leben bestimmen, sondern Gefühle, Werte und Beziehungen gleichermaßen Einfluß nehmen.

Je besser Sie das schaffen, desto eher werden Sie und Ihre Mitarbeiter die Früchte funktionierender Teamarbeit ernten: Freude, Innovation und Kreativität, persönliche Weiterentwicklung, Wissens- und Erfahrungsaufbau, und vieles andere mehr. Und all das wird letztlich auch Auswirkungen auf Ihre Kunden und Ihre Produkte haben und damit positiv zum Erfolg von Ihnen allen beitragen.

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